Schlagworte Propaganda

Date: 11. Januar 2008
Cate: Text

Angst essen Seele auf oder Divide et impera

Im DLF-Artikel Angst essen Seele auf berichtet Hans-Joachim Lenger wie die Medien die Furcht vor Migranten schüren.

Was sich hier zuträgt, hat freilich seine Voraussetzungen. Schon seit geraumer Zeit wird etwa der Islam in jenes unheimliche Dunkel getaucht, das sich dann auf den einschlägigen Titelblättern des Spiegel ausbreitete. Anstatt Wissen zu verbreiten, gewann eine Politik der Stimmungen die Oberhand, die nunmehr ihren vorläufigen Tiefpunkt ansteuert. Scharfmacher möchten Wortführer werden. […] Der Schaden, den all das hinterlässt, ist beträchtlich. Aber nicht jene werden ihn zu tragen haben, die unablässig mit ihrer Verantwortung hausieren gehen. Dieser Schaden besteht in einer weiteren Verwahrlosung politischer Öffentlichkeiten wie in der Verschärfung von Konflikten, die angeblich eingegrenzt werden sollten. Stets lässt eine blinde ethnische Stigmatisierung die ethnische Wut nämlich noch wachsen, steigern die Rassismen sich gegenseitig.

Am gravierendsten dürfte deshalb die Vermutung sein, dass all dies zielstrebig einkalkuliert worden ist.
Quelle: DLF, Angst essen Seele auf, 06.01.2008 – [Hervorhebung von mir]

Seit Jahren wird [nicht nur] in Deutschland nach dem Motto regiert: Divide et impera.
Mensch könnte es eher als Volksverhetzung bezeichnen, die dem schleichenden Abbau der Grund- und Bürgerrechte dient, ergo zur Abschaffung der Demokratie führt.

Davor sollte mensch Angst, besser Furcht, haben, nicht vor dem Rest. Denn der Rest ist eher ein Symptom und nicht die Ursache. Aber zur Ablenkung und zum Machterhalt scheint er ausreichend zu sein. Das meinen zumindest elitäre Kreise. 😉
Ich denke nicht, dass diese Rechnung in Gänze aufgeht.

Der Mensch bequemt sich ungern zum Denken. Wenn er aber damit beginnt, hört er nicht wieder auf.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)

… es geht um Macht über Massen und um nichts anderes. Der Witz: Masse existiert nicht. Es muss dem einzelnen Menschen eingeredet werden, Masse zu sein.
Aber wer ist gern Masse heutzutage? 🙂

Date: 02. Januar 2008
Cate: Text

In den Medien ist gerade das vermeintlich Unpolitische in höchstem Grade politisch

Reinhard Jellen führte ein sehr empfehlenswertes Interview mit dem Soziologen Bernd Hamm über die zunehmende Ideologisierung der Medien.

Der eigentliche politische Auftrag der Aufklärung war gerade das Gegenteil: die Schwachen vor der Ausbeutung durch die Starken zu schützen. Das kommt heute in den Medien nicht mehr vor. […] Die Herrschaft des Kapitals über die Medien, weltweit ebenso wie bei uns, wird sich weiter perfektionieren. Da es kaum mehr Alternativen gibt, wird es auch zunehmend schwierig, sich die Informationen zu beschaffen, die für eine eigene kritische Meinungsbildung unerlässlich sind. Die Bewusstseinsindustrie hat ihr Ziel erreicht: Unsere Wahrnehmung der Dinge, unsere Meinungsbildung folgt einem industriell organisierten Prozess. […] Wir leben, das ist nicht mehr zu übersehen, in einer manipulierten Gesellschaft. George Orwell hat sie 1948 vorhergesehen und beschrieben. Er hatte erschreckend recht.
Quelle: Telepolis, Reinhard Jellen, Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch, 02.01.2008

Hinweis im Artikel:
In dem Essay „Medienmacht – wie und zu wessen Nutzen unser Bewusstsein gemacht wird“ – [PDF] belegt Bernd Hamm das Versagen der Selbstaufklärungsmechanismen der Gesellschaft durch die zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung der Medien seit den Siebzigern. Auf seiner Website gibt es zahlreiche Veröffentlichungen, auch Bücher zum Download.