Schlagworte Buchhandel

Date: 07. Juli 2009
Cate: Zur Zeit lese oder höre ich

Belletristische Notlage

Zweitbuch

Zweitbuch

Ich lese, ich schreibe, ich lese, ich schreibe. Aber es ist kein Roman. Ich bin umgeben von Bergen Fachliteratur. Leicht übertrieben, aber den Kern trifft‘s. Deshalb auch der Titel Belletristische Notlage und an dieser wird sich die nächsten hundert Tage kaum was ändern. Es sei denn, mir läuft der Roman über den Weg, ohne den ich verhungerte. Und wenn, dann wird es kaum ein deutscher Roman sein.
Deutschland ist jenseits der Klassiker romanlos geworden.

Kein einziger deutscher Roman der letzten zwanzig Jahre verführte mich zum erneuten Lesen. Keine tiefe Erotik der aneinandergereihten Sätze, die zum Selberdenken lockte. Die Romane der letzten Jahre kommen mir vor wie Fastfood. Lesen, zwar satt hinterher, aber kein Tanz der Sinne trotz verheißungsvoller Titel und Klappentexte. Die Romane waren eher wie bröckelndes Makeup am nächsten Morgen. Entsetzen über das, womit man seine Nacht verbracht hatte. Der Nachgeschmack vergrault die letzten hoffnungsvollen Gedanken, es könnte doch den Roman geben, der wieder selberdenkende Leser hinterlässt anstatt resignierende.

Woran liegt‘s? Sind den Romanciers die Buchstaben, die Sätze, die Geschichten abhanden gekommen? Wurde ihnen der Stoff geklaut, aus denen Romane gewoben werden? Was ist passiert?

Vielleicht ist es ganz einfach zu erklären: Aus ökonomischen Gründen werden gute Romane nicht mehr verlegt. Denn sie stehen den Zweit-, Dritt-, Viert- und Fünftbüchern im Weg, da ein guter Roman mehr als einmal gelesen wird.

Date: 18. April 2008
Cate: Text

ZEIT-Artikelserie über digitale Bücher

Ich habe gerade bei der ZEIT eine Artikelserie über digitale Bücher entdeckt – recht interessant.

Lieber ein Buch in der Hand als ein Kabel in der Wand? Die Zukunft des Lesens liegt im Netz, sagen die einen. Papier ist der ewige Speicher des Wissens, sagen die anderen. Wohin also geht das Wort, wie sehen die Bibliotheken von morgen aus?

Meine Prognose geht dahin, dass viele Fach- und Sachbücher, die nur einen gewissen Zeitraum aktuelles Wissen vermitteln können, in die digitale Bibliothek verschwinden. Bei Belletristik sehe ich das noch nicht. Denn schließlich gibt es Orte, an denen die Ebook-Reader fehl am Platze wären. Ich denke da speziell an Badewannen- oder Strandsessions. 😉