Jahrestagung der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ wohl eher eine Verwerterkonferenz

Dunkle Wolken

Dunkle Wolken

Eigentlich sollte man sich freuen, wenn selbst die Bundesregierung erkennt, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft ein mittlerweile nicht zu verachtender volkswirtschaftlicher Faktor geworden ist. Frei nach einem Achtziger Jahre Hit: Jetzt wird kreativ in die Hände gespuckt. Wir steigern das Bruttosozialprodukt.
Aber, genau an diesem Punkt wird es ein Elend für die Urheber. Wenn mensch den Programmflyer der Jahreskonferenz überfliegt, dann stellt man fest: Es ist wohl eher mal wieder eine Konferenz der Verwerter.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft bringt nicht nur bedeutende kulturelle und kreative Produkte und Dienstleistungen hervor. Sie ist auch volkswirtschaftlich von erheblicher Bedeutung. Die Branche erzielte im Jahr 2008 eine Bruttowertschöpfung von 63 Milliarden Euro und einen Umsatz von 132 Milliarden Euro. Rund 238.000 Unternehmen mit knapp einer Million Erwerbstätigen sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Die Quote der Selbständigen ist mit 28 Prozent außergewöhnlich hoch.

Die Bundesregierung übersieht bei ihrem Hohelied auf die Kulturwirtschaft, dass die meisten Unternehmen Einmann/Einfrau-Unternehmen sind. Nicht wenige davon krebsen am Existenzminimum herum, denn die Verwerter zahlen fürstliche Honorare. 😉 Fast könnte man meinen, sie wären feudalistisch und forderten die erste Nacht. Aber eigentlich ist es schlimmer, denn Honorardumping und Buy-Out-Verträge siedelt man wohl als Urheber eher als eine immer wiederkehrende erste Nacht ein. Ab und an bekommt man etwas zugesteckt, damit man nicht zu sehr vom kreativen Fleisch fällt.

Mehr Infos über die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

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