Wintertraum oder das Glück der Unerreichbarkeit

Saladins Wintermärchen

Saladins Wintermärchen

Wenn ich mit Saladin unterwegs bin, habe ich in 99% der Fälle kein Handy dabei, aber vermutlich ab und an eine Digitalkamera. Und bei dem heutigen wundervollen Winterwetter dachte ich daran. So entstand auch dieses Foto, was ihn in all seiner Pracht zeigt.
Bei der Gelegenheit möchte ich das Buch Das Glück der Unerreichbarkeit vor allem Kommunikationsjunkies empfehlen. Ich habe es gelesen, weil mich wirklich interessierte, warum manche von ihrem Handy selbst an den für mich denkbar unmöglichsten Orten nicht lassen können. Miriam Meckel setzt sich mit diesem Verhalten (selbst-)kritisch auseinander, liess mich öfters in Gedanken ahahen 😉 und gibt Tipps. Im letzten Kapitel schreibt sie:

Unsere Selbstbestimmung entsteht aus Freiheit. Und diese Freiheit ist nicht die Freiheit, immer erreichbar zu sein, auf alles immer zu reagieren und alles sofort zu machen. Freiheit ist die Freiheit, auch einmal nicht erreichbar zu sein, um etwas ganz Bestimmtes, etwas Besonderes wirklich zu machen.
Wenn ich immer für alle erreichbar bin, bin ich nie wirklich da.
Miriam Meckel, Das Glück der Unerreichbarkeit, 2009, S. 266

In ihrer Danksagung gibt sie den vermutlich selbsttherapeutischen Sinn des Buchprojekts zu. Ich glaube es ihr und hoffe, dass er anhält.

Ich sollte wohl ehrlich zugeben, dass ich mein Handy – wenn – öfters uneingeschaltet dabei habe, um später auf Nachfrage immerhin antworten zu können: „Aber ich hatte es doch dabei.“ 😉 Wenn etwas wirklich, wirklich wichtig ist, dann gibt es im realen Leben ein zweites Mal einen Ruf oder einen anderen Kommunikationskanal – etwa E-Mail oder einfach vorbeifahren. Und das klappt bei mir hervorragend. Zudem weiß jeder, ob privat oder beruflich, dass ich vor elf Uhr zumeist nicht erreichbar bin. In dieser Zeit lebe ich mein Glück der Unerreichbarkeit mit Saladin aus, freue mich und denke über Allerlei nach. Es wird Zeit, mich mal anstandshalber auch im Namen meiner Kunden bei allen Wegen und Orten zu bedanken, die mich auf Ideen und Lösungen brachten, während ich mit Saladin gemeinsam eher träumend trödelte und mich vergnügte. Eine Entschuldigung wäre aber auch fällig. Denn ab und an rase ich nach Hause, um sofort genau diese Idee umzusetzen, die mir kam. Da gibt es dann keinen bewundernden Blick mehr links und rechts für die Natur. Sorry, kommt leider immer wieder mal vor. 😉

Das Glück der Unerreichbarkeit: Wege aus der Kommunikationsfalle
Miriam Meckel
Broschiert, 272 Seiten, Goldmann, 01/2009
ISBN: 978-3442155330 – 8,95 €

1 Meinung

    Hallo Claudia,
    zauberhafte Bilder – vor allem auch Dein Hund, der auf dem Foto aussieht, als sei er in seiner ureigenen Landschaft. Das hatte ich kürzlich auch mit meinem Schoko in der magischen Winterlandschaft an der Alster. Wie reich wir beschenkt sind mit und von unseren Hunden! Ohne Hund, hätte ich viel Schönes, Zauberhaftes nicht erlebt, nicht gesehen.
    Liebe Grüße von Heide-Ilka-Textine und von Schokoschnauze zu Saladin-Fellnase.

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