Ursula von der Leyen verteidigt christlich-abendländische Werte im Kinderzimmer

Da gibt es endlich mal ein religionskritisches Kinderbuch und dann ereilt es gleich ein Indizierungsantrag seitens des Bundesfamilienministeriums. Die Begründung ist hanebüchen. Eine Presseschau hat der SkepTicker zusammengestellt.

Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine FerkelWo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel
Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen
Michael Schmidt-Salomon / Helge Nyncke
Gebunden – 44 Seiten – Alibri Verlag – 10/2007
ISBN-13: 978-3865690302 – 12 Euro

Website zum Buch mit mehr Informationen und zum Stand der Diskussion: ferkelbuch.de

Ob dieses Kinderbuch seinen Zweck im Sinne einer Aufklärung über Religionen erfüllt, bezweifle ich. Dennoch wird auch Europa, in diesem Fall die deutsche Öffentlichkeit nicht umhin kommen, darüber nachzudenken, ob nicht auch hier in Deutschland/Europa Religion wieder mehr das öffentliche Leben zum Nachteil bestimmt. Es schadet auch nicht sich die Frage zu stellen, ob der pauschal den Muslimen vorgeworfene Fundamentalismus nicht auch den anderen monotheistischen Religionen zu eigen ist und dadurch unnötiges Leid hervorgerufen wird. Vor allem liessen und lassen sich unter religiösen Deckmäntelchen so viele Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen begehen, die eigentlich völlig anderen Ursprungs sind – nämlich macht- und wirtschaftspolitischer Art und von einem Herr/Knecht-Menschenbild ausgehen. Da nützt auch das Pochen auf scheinbare religiöse Werte nicht, wenn dieses die Menschheit teilende Menschenbild sich auch mit mittlerweile immer weniger intellektueller Mühe entdecken lässt. Doch noch verwechselt man lieber weiterhin Ursachen und Wirkungen innerhalb der Kulturen, egal welcher nun, anstatt die Religionen zur wirklichen Privatsache zu erklären und sich auf die Menschenrechte zu berufen. Denn Menschen sind alle Menschen! Und das ist nun mal wahr! Alles andere lässt sich anzweifeln.

Schreiben Sie Ihre Meinung