Christoph Hein :: Frau Paula Trousseau

»Ich wünschte, ich wäre nur irgendein Mädchen gewesen, nicht hübsch, nicht begabt und vor allem ohne Träume.«
Wie werden wir – oder werden wir nicht – zu dem Menschen, der wir geworden sind? So die elementare Frage in Christoph Heins Roman, der konsequent die Perspektive der Malerin Paula Trousseau einnimmt. Mal in ausgreifenden Situationsschilderungen, mal im Zeitrafferstil erzählt Hein von den Abenteuern der Selbstbehauptung einer Frau, deren Einstellung und Erlebnisse den Leser im Schwanken zwischen Sympathie und Ablehnung in ihren Bann ziehen.
Wenn der Leser Paula Trousseau zum erstenmal begegnet, ist sie tot: Selbstmord in Frankreich, im Jahr 2000. Soviel erfährt er objektiv, was dann folgt, sind ihre Tagebuchaufzeichnungen, ihre Sicht der Welt, der Kunst, der Geschlechterverhältnisse, ihre Erlebnisse mit Männern und Frauen in ihrer Version: Wie sie sich, gegen Eltern und Ehemann, für das Kunststudium entscheidet – um den Preis der Verhärtung gegen alle und alles. Sämtliche Beziehungen zu Männern scheitern, die zu Frauen gehören zu den beständigeren, vertreiben jedoch nicht die Dominanz der Grautöne aus ihren Bildern. Woher kommt diese Gleichgültigkeit gegenüber den anderen und am Ende gegen sich selbst? Sind die Herkunft, die politischen Verhältnisse, die Geschlechterhierarchie, die kulturelle Situation dafür verantwortlich? Wie werden wir, was wir sind?
Quelle: Suhrkamp Verlag

Christoph Hein: Frau Paula TrousseauEine wirklich schöne Lesung. Doch scheint es eine deutsche Hörbuchverlagsunart zu sein gerne Stoffe zu kürzen. Das fällt zwar nicht auf, aber es ist trotzdem jedes Mal ein störendes Wissen während des Hörens.

Hörbuchfakten
Frau Paula Trousseau
Autor: Christoph Hein
Sprecher: Christoph Hein, Sissy Höfferer und Oliver Brod
Format: Gekürzt
Spieldauer: 10 Stunden und 50 Minuten

Rezensionen
NDR Info Frau Paul Trousseau
Deutschlandrafio Kultur Ein autoritäres Elternhaus und die Folgen
Perlentaucher

Schreiben Sie Ihre Meinung