Schlagworte Wissenschaft

Date: 02. Mai 2009
Cate: Text
3 Meinungen

Medien(r)evolution oder Heidelberger Appell – eine Kampagne gegen Open Access?

Eulen nach Athen tragen

Eulen nach Athen tragen

Einleitend möchte ich sagen, dass mir die Fragestellung um eine angemessene Akzeptanz in der Öffentlichkeit der Autorenrechte gegenüber Verwertern und die gerechte bzw. faire Honorierung schöpferischer Arbeit ebenso wichtig ist wie der freie Zugang zu Wissen. Darum geht es eigentlich auch bei der Debatte um den Heidelberger Appell.

Übrigens denke ich, dass die wahre Urheberrechtsdebatte erst anfängt, wenn man die Nutzungsrechte abtrennt und die unterschiedlichen Interessen der einzelnen Akteure wie Autor, Verleger/Verwerter und Leser im Falle des Wortes differenziert betrachtet und vor allem den Verwerterlobbyismus endlich so würdigt, wie es sich gehört. Ja, da haben Sie durchaus ein Quentchen Ironie gelesen. ;-)

Meiner Meinung nach haben Autor und Leser mehr gemeinsame Interessen. Der Eine will gelesen werden, will informieren, der Andere will lesen, sein Wissen erweitern. Und beiden macht es Spass. Deshalb sollte man sich fragen:

Was ist dem Einzelnen, der Menschheit weltweit, national, regional ihre Kultur samt deren Akteure wert und wie haben Einzelne, also alle im Endeffekt Zugriff darauf?

Mit Sicherheit sind EU-weite Internetsperren nicht der richtige Weg. Diese Nachricht bei heise ist mir zum Schluss der Recherche aufgefallen und diese EU-weit geplante Vorgehensweise schockiert mich. Das ist nicht durchdacht. Diese Meinung vertritt auch Eva Lichtenberger, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Grünen im EU-Parlament:

Statt Filterpflicht und Internet-Sperren brauchen wir aber die Einführung neuer, auf die Internet-Welt abgestimmter Rechtsmodelle für den Schutz der Urheberrechte unter Wahrung von Grundrechten wie Schutz der Privatsphäre und Datenschutz
Quelle: Heise, Weg frei für Forderung nach Internetsperren, 07.02.2009

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Date: 30. März 2008
Cate: Text

Grammatik der Gesten

Gibt es vielleicht so etwas wie eine Grammatik der Gesten? Um das herauszufinden, haben rund 20 Wissenschafter unter Leitung von Cornelia Müller eine interdisziplinäre Forschungsgruppe gebildet: «Annäherung an eine Grammatik der Gesten: Evolution, Gehirn und linguistische Strukturen» heisst ihr Forschungsvorhaben. Das grossangelegte und von der deutschen Volkswagenstiftung geförderte Projekt ist ein Meilenstein für die noch junge Gestenforschung. Über die Kategorisierung der Gesten und die Beschreibung ihrer Entwicklung wollen die beteiligten Linguisten, Neurologen und Primatologen zu Grundstrukturen unseres Bewusstseins vordringen und die Evolution der Sprache erhellen. […] Müller hat die vier Kategorien folgendermassen benannt: Es gibt erstens die «agierenden» Gesten, zweitens die «modellierenden», drittens die «zeichnenden» und viertens die «verkörpernden» Gesten.
Quelle: NZZ, Grammatik der Gesten, 30.03.2008

Mal sehen, ob bei diesem Forschungsprojekt etwas herauskommt, was Hand und Fuss hat. Merkwürdig, dass in dem Artikel nicht auf Samy Molcho hingewiesen wird, der sich schon in den 80ern mit unserer Körpersprache auseinandersetzte, und von ihm stammt das folgende Zitat:

Was wir sind, sind wir durch unseren Körper. Der Körper ist der Handschuh der Seele, seine Sprache das Wort des Herzens. Jede innere Bewegung, Gefühle, Emotionen, Wünsche drücken sich durch unseren Körper aus.