Warum tötest du, Zaid? wünsche ich viele Leser
Jürgen Todenhöfer war im Irak und über seine Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken hat er ein Buch geschrieben: Warum tötest du, Zaid?
Jürgen Todenhöfers Buch ist der Versuch, die andere Seite der Medaille zu beleuchten. Es berichtet, wie irakische Menschen über den Krieg sprechen, wenn keine schwer bewaffneten GIs in ihrer Nähe stehen. Wenn weder Hubschrauber noch Humvees vorher stundenlang das Gelände für Politiker- und Pressekonvois „gesäubert“ und gesichert haben.
“Warum tötest du, Zaid?” gibt jenen eine Stimme, zu denen die Presseoffiziere des Pentagon ihre Besucherdelegationen niemals hinführen – den Mitgliedern des irakischen Widerstands. Es versucht zu erklären, warum dieser Widerstand nicht nur gegen die amerikanische Besatzung, sondern auch gegen die Terroristen von Al-Qaida und gegen die von ausländischen Mächten unterstützten Privatmilizen irakischer Politiker kämpft. Und es will deutlich machen, wo die fundamentalen Unterschiede zwischen Widerstandskämpfern und Terroristen liegen.
Der Autor versucht, diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die wirklich für Recht und Freiheit kämpfen. Die „Verdammten dieser Erde“, wie Frantz Fanon sie einst genannt hat. Und das waren und sind im Algerien der sechziger Jahre, im Afghanistan der achtziger Jahre und im Irak des Jahres 2008 nicht die Besatzungstruppen, sondern der Widerstand.
Quelle: Website zum Buch
Ich empfehle die zehn Thesen Todenhöfers, um nachvollziehen zu können, was nicht erst seit gestern Tod und Elend über Abermillionen Menschen bringt. Und gerade deutschen Lesern wünsche ich, dass sie sich folgende Zeilen Todenhöfers durch den Kopf gehen lassen und dann handeln.
Die eigentliche Lehre aus dem Holocaust heißt, dass wir nie wieder tatenlos zusehen dürfen, wenn Menschen unterdrückt, entrechtet und gedemütigt werden. Wir hätten uns für die Juden schon damals einsetzen müssen, als sie noch schwach waren, und nicht erst heute, da sie stark und einflussreich sind. Verspäteter Mut ist der opportunistische Bruder der Feigheit. Es ist schon ein bizarres Schauspiel, das manche westliche Politiker aufführen, wenn sie von Jahr zu Jahr entschlossener und mutiger gegen das Unrecht von gestern „kämpfen“, während sie zum Unrecht von heute schweigen. Man kann auch durch Schweigen schuldig werden.
Warum tötest du, Zaid?
Jürgen Todenhöfer
Gebundene Ausgabe – 336 Seiten – C. Bertelsmann Verlag 02/2008
ISBN-13: 978-3570010228 – 19,95 Euro

Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel