Pakistanische Randbeobachtung
Die AFP meldet, dass drei Tage nach der Ermordung der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto ihr 19-jähriger Sohn zu ihrem Nachfolger an der Spitze der Pakistanischen Volkspartei (PPP) ernannt worden ist.
Der Vater von Bilawal Zardari, Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari, wurde zum Ko-Vorsitzenden bestimmt, sagte ein hochrangiges PPP-Mitglied. Die Partei entschied sich zudem gegen einen Boykott der für den 8. Januar geplanten Parlaments- und Provinzwahlen.
So gesehen sollte sich die Pakistanische Volkspartei in Bhuttonische Familienpartei umbenennen. Dann wäre der Familienklüngel und wohl nicht nur der offensichtlicher. Ich frage mich eh, was in Pakistan bezweckt werden soll. Allerdings denke ich kaum, das es dem pakistanischen Volk zu Gute kommen wird. Das stinkt von allen Seiten zum Himmel.
Bhutto-Nachschlag von der Südwest Presse:
Sie und vor allem ihr Ehemann Asif Ali Zardari, der ihr einst als Minister diente, waren Verkörperungen der schlimmen Korruption, die Pakistan untergraben hat. Etwa eine Milliarde Dollar soll das Paar an der Macht für sich selbst erwirtschaftet haben, weswegen Bhutto zweimal vom Militär ihres Amtes als Ministerpräsidentin enthoben wurde.
In anderen Ländern ist Korruption eleganter, da nennt sich das Konzernlobbyismus mit Option auf gutbezahlte Posten nach dem Re[Gier]en. Aber Demokratie und Freiheit werden auch da gerne als Deckmantel benutzt.
