Auch letztes Jahr mal wieder Steuern en masse verschwendet. Wer es nachlesen will, kann sich das Schwarzbuch (PDF-Datei mit 2,5 MB ) beim Bund der Steuerzahler herunterladen.
Auf Seite 63 findet der aufmerksame Bürger das Altenpflege-Finanzdebakel des Landkreises Darmstadt-Dieburg unrühmlich vermerkt:
Letztes Jahr berichteten wir im Schwarzbuch über die Gersprenz gGmbH, die von acht Kommunen und dem Landkreis als Betreiber von Senioreneinrichtungen gegründet wurde. Insbesondere weil die Gesellschafter ihren Aufsichtspflichten nicht nachkamen, entstand ein bis dahin bekannt gewordener Schaden von 2,5 Mio. Euro. Nachdem der Schuldenberg auf über 3,5 Mio. Euro anwuchs, forderte der Steuerzahlerbund Ende letzten Jahres die Beteiligten auf, endlich einen klaren Schlussstrich zu ziehen.
Doch anstatt sich einen professionellen Betreiber zu suchen, gründeten die Gesellschafter den Zweckverband ‚Senio‘, um mit Steuergeldern die Verluste der Gersprenz aufzufangen. Grundlage für diese Entscheidung war allerdings ein fehlerhafter Wirtschaftsplan, denn die Buchhaltung hatte ein Landesdarlehen für den geplanten Bau eines Pflegeheims irrtümlich als Zuschuss verbucht. Dieser laut Karl Hartmann, SPD-Bürgermeister von Reinheim und Gersprenz-Sprecher, „absolut peinliche Fehler“ belastet die Gesellschaft um weitere 1,29 Mio. Euro. Ob diese Pannenserie in Zukunft dadurch beendet wird, dass als Konsequenz der Vorkommnisse ein zusätzlicher Buchhalter eingestellt wird, darf bezweifelt werden. Für das laufende Jahr wird mit einem negativen Ergebnis bei der ‚Senio‘ in Höhe von 129.000 Euro gerechnet.
Hoffentlich war das jetzt die letzte Folge aus der Serie Das Gersprenztal und die Senioreneinrichtungen.