Schlagworte Medienkritik

Date: 02. April 2005
Cate: Text

Sebastian Moll: Erodierende Objektivität

Der Artikel von Sebastian Moll Erodierende Objektivität umreißt die Medienpolitik in den USA.

Frank Rich weist schon seit Monaten darauf hin: “Außergewöhnlich zahnlose Medien, aggressive Regierungspropaganda, laxe und manchmal korrupte journalistische Praktiken und unsere Promi-Kultur greifen alle ineinander, um die Öffentlichkeit mehr als sechs Grade von allem fern zu halten, was auch nur entfernt mit der Wahrheit zu tun hat.”

Der Schriftsteller Gary Indiana sieht in der Nixon-Ära den Beginn einer unseligen Verflechtung der Medien mit Politik, die einen Orwellschen Sprachgebrauch förderte, der es heute ermöglicht, dass Krieg als Frieden und Frieden als Krieg bezeichnet werden kann, ohne dass sich jemand irritiert oder gar gestört fühlt.

Sieht es in Deutschland anders aus? Gibt es nicht auch hier verfilzte Beziehungen zwischen Journalisten und ihren Quellen aus der Politik? Haben nicht auch hier Journalisten Angst, den Zugang zu den Politikern zu verlieren? Existiert nicht auch hier kleinliches Konkurrenzdenken unter den Medien? Und inwieweit kann man Regierungen noch glauben und vertrauen, wenn jenseits des Teiches Öffentlichkeit manipuliert und Bürger getäuscht werden?

Welche Form von Berichterstattung ermöglicht Menschen, sich ein relativ objektives Urteil zu bilden und danach entscheiden und handeln zu können?

Ein aktuelles deutsches Beispiel
Rede von Bundespräsident Horst Köhler beim Arbeitgeberforum “Wirtschaft und Gesellschaft” in Berlin: Die Ordnung der Freiheit als PDF-Datei.

Köhlers Denkfehlerrekord Seine Rede im Vergleich mit den 40 Denkfehlern, Mythen und Legenden von Albrecht Müllers „Die Reformlüge“

Mehr Informationen zum Verhältnis der Medien und Politik
Ein Rückblick im „Spiegel“ zeigt Strategie zeigt einerseits die Strategie der Regierungsparteien für die Jahre 2005 und 2006 und andererseits zeugt er von der Strategie und Widersprüchlichkeit der Meinungsführer des deutschen Neoliberalismus.

Die Des-Informationskampagne der Bundesregierung zu Hartz IV
Ein kleiner Argumentationsleitfaden
(01.09.2004) Die Redaktion Sozialismus nimmt sich die Hartz-Propaganda der Bundesregierung vor …

Bundeszentrale für politische Bildung: Aus Politik und Zeitgeschichte (B 49-50/2003)
Medien und Politik oder als PDF-Datei (533 Kb)

Netzeitung vom 13.03.2005: US-Medien verbreiten PR-Berichte der Regierung

Handelsblatt vom 13.03.2005: US-Medien verbreiten PR-Berichte der Regierung

Mathias Bröckers am 11.03.2005 in Telepolis: Das Schweigen des Dan Rather
Zum unrühmlichen Abgang einer journalistischen Koryphäe

Sebastian Moll Nation von Schlafwandlern

Date: 02. April 2005
Cate: Text

Wie „Der Spiegel“ zu dem wurde, was er ist

Albrecht Müller schreibt in Nachdenkseiten.de nicht nur über Oliver Gehrs Buch Der Spiegel-Komplex, sondern weist auch auf die unglückselige Orientierung vieler Journalisten zum SPIEGEL hin, da zwei Drittel aller befragten Journalisten die Anregungen für ihre Arbeit aus dem Magazin „Der Spiegel“ nehmen.

Albrecht Müller hat Recht, wenn er behauptet, dass hier ein neues Meinungskartell entsteht. Zu handfest sind die Interessen, die dahinter stehen.

Ein negativer Artikel über die „Bild-Zeitung“ im „Spiegel“ ist heute kaum vorstellbar. Das Kuscheln mit Springer hat auch konkrete Hintergründe: schließlich wird dem Konzern großes Interesse im Fernsehbereich nachgesagt. Aust mit seinem Steckenpferd „Spiegel TV“ wäre da ein guter Partner. Und auch ein Dritter sitzt mit im großen Medienboot: Frank Schirrmacher, der FAZ-Herausgeber, kooperiert in vielerlei Hinsicht mit Aust, so bei gemeinsamen Interviews für FAZ und „Spiegel TV“ oder dem Vorabdruck des „Methusalem-Komplotts“ im „Spiegel“.