Medien – Dichtung oder Wahrheit?
Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet.
Heinrich von Kleist
Wenn man sich die heutige Befindlichkeit der Medien betrachtet, dann wird man das Gefühl nicht los, dass sie wieder mehr [oder immer noch?!?] der Propaganda dienen denn der objektiven Information. Inwieweit Fairness und Wahrheit heute in der Berichterstattung ihre Gültigkeit besitzen ist zweifelhaft. Eher sollte mensch sich fragen: Cui bono? Wem nützt diese Art und Weise der Berichterstattung?
Insofern gilt erneut oder immer noch: Die öffentliche Meinung ist eine Frage des Geldes, das dahintersteht. Mit Benjamin Franklins Worten, der Drucker, Verleger und einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten war:
Drucker sind in der Überzeugung erzogen worden, daß, wenn Menschen in ihrer Meinung nicht übereinstimmen, den Vorteil genießen sollen, von der Öffentlichkeit gehört zu werden; und wenn Wahrheit und Irrtum ein faires Spiel haben, dann ist erstere immer letzerem überlegen: Daher mögen sie [die Drucker] heiter und fröhlich allen streitenden Schreibern dienen, die sie gut bezahlen, ohne Rücksicht darauf, welche Partei sie in dem Disput vertreten.
Quelle: Gardner, Csikszentmihalyi, Damon, Good Work!, S.248, Stuttgart, 2005
Eine zweifelhafte Ethik, die der Demokratie nicht gerade förderlich ist und die Korruption fördert, die man auch diskret Lobbyismus nennt. Denn die Mainstreammedien sind mittlerweile weltweit ein Oligopol, das immer mehr zum Monopol neigt. Sie richten sich an viele, aber ihre Absichten dienen wenigen. Auf ihre Desinformation hinzuweisen, sie zu ignorieren sind zwei Strategien damit umzugehen. Eine weitere ist der Einfalt eine Vielfalt an Meinungen entgegenzusetzen. Aber ohne Medienkompetenz wird dies nicht funktionieren. Denn was in Zeiten Franklins die Druckerpresse war, ist heute das Internet. Dann könnte Kurt Tucholsky irgendwann unrecht haben:
Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.
Und auch Ambrose Bierce könnte widerlegt werden, wenn Wahrheit und Fairness dank Vielfalt die Oberhand bekämen:
Gerüchte sind die Lieblingswaffe des Rufmörders.
