Deutschlands Journalisten haben eine Schere im Kopf
Werner Vontobel über den Niedergang des deutschen Mittelstandes und der nicht nur Spiegelschen Schere im Kopf.
Die wiederum kann der Anfang April ausgeschiedene Verfassungsrichter Hoffmann-Riem erklären, der nicht daran glaubt, dass der Staat die Meinungsfreiheit einschränkt. Besorgt ist er eher, dass Journalisten zur Selbstzensur aus ökonomischer Rücksicht greifen.
Heute wird die Schere im Kopf der Journalisten weit weniger aktiviert, um politisches Anecken zu vermeiden, wohl aber aus ökonomischen Rücksichten. Besorgniserregend sind vor allem die subtilen Gefahren, die entstehen, wenn Zeitungen von Finanzinvestoren übernommen und als reine Renditeobjekte geführt werden.
Und seine Sorge ist zutreffend und ich würde sie als wirtschaftsbedingte Zensur bezeichnen.
