Schlagwort Journalismus

14. April 2008
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Deutschlands Journalisten haben eine Schere im Kopf

Werner Vontobel über den Niedergang des deutschen Mittelstandes und der nicht nur Spiegelschen Schere im Kopf.
Die wiederum kann der Anfang April ausgeschiedene Verfassungsrichter Hoffmann-Riem erklären, der nicht daran glaubt, dass der Staat die Meinungsfreiheit einschränkt. Besorgt ist er eher, dass Journalisten zur Selbstzensur aus ökonomischer Rücksicht greifen.

Heute wird die Schere im Kopf der Journalisten weit weniger aktiviert, um politisches Anecken zu vermeiden, wohl aber aus ökonomischen Rücksichten. Besorgniserregend sind vor allem die subtilen Gefahren, die entstehen, wenn Zeitungen von Finanzinvestoren übernommen und als reine Renditeobjekte geführt werden.

Und seine Sorge ist zutreffend und ich würde sie als wirtschaftsbedingte Zensur bezeichnen.

Tabu und Zukunft

Zwei Artikel, die sich mit dem Schreiben im Netz befassen. In Was ist in Nachrichten-Portalen zum Mitmachen tabu? wird eher stichwortartig auf die rechtliche Seite der internetten Meinungsfreiheit eingegangen. Die Essenz liegt im folgenden Zitat:

Wichtig sind Aspekte wie Verleumdung, üble Nachrede oder eben die Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Denn bei allem Recht auf freie Meinungsäußerung sollte der Freizeit-Journalist nicht zu weit gehen, weil ihm das einen teuren Rechtsstreit bescheren könnte.

Die Süddeutsche interviewt Jay Rosen, Professor für Journalismus an der New York University und Betreiber des führende Journalismus-Blog PressThink, zur Zukunft des Journalismus. Rosen sieht gedruckte Zeitungen am Ende des Weges und ihre Umwandlung in Nachrichtenorganisationen.

Was wir dagegen brauchen, sind Nachrichtenorganisationen mit jeder Menge kluger Leute, die zusammenarbeiten, um herauszufinden, was in der Welt passiert und das Publikum möglichst schnell darüber zu informieren – ohne für ihr Endprodukt viel Geld zu verlangen. Der Grund, warum wir solche Organisationen brauchen, ist simpel: Die Reichen und Mächtigen, die Unternehmensbosse, haben es sich schon immer leisten können, informiert zu sein.

Assoziation: Information ist Macht und Desinformation eine Möglichkeit sie zu erhalten. Ist eine reale Demokratisierung der Information möglich oder scheitert sie u.a. an der möglicherweise nicht vorhandenen Netzneutralität in Zukunft, dem Digital Divide, den technischen und juristischen Blockaden?