Schlagworte Grundrechte

Date: 26. Januar 2008
Cate: Code

Steht den Open Source-Verfechtern und Machern eine Kriminalisierung bevor?

Das ist eine Frage, die mensch sich stellt, wenn er über folgende heise news nachdenkt:

Im einer Stellungnahme (PDF-Datei) zur “europäischen Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung” wird vor “bislang nicht gekannten Bedrohungen” durch “Open-Source-gestützte Internetportale und –dienstleistungen” gewarnt. Die damit einhergehende Verletzung “geistiger Eigentumsrechte”, “Produktpiraterie” und “unerlaubte Digitalisierung” müsse aufmerksam beobachtet werden.
Quelle: heise news, EU: Neue Schutzmaßnahmen gegen Piraterie gefordert, 25.01.2008

Mal ganz grob, wer eine Krimininalisierung der Open Source fordert, bereitet der Monopolisierung den Boden, outet sich als Lobbyist und vor allem hat er/sie überhaupt keine Ahnung weder von Open Source noch von Kulturevolution.
Wenn ich sowas lese, habe ich eher den Beweis dafür, dass meine 94-jährige Oma mehr über Open Source weiß als die EU-Freaks. Das gibt mir echt zu denken über das intellektuelle [Un]Vermögen im EU-Teatro. Mit Kant formuliert scheint es da noch viel selbstverschuldete Dummheit zu geben, die bewusst und vor allem zu Lasten der Bevölkerung und der kleinen Unternehmen geht. Was ich und andere nicht einsehen, ist die angebliche Logik, dass nur mit dem Schutz am geistigen Eigentum allein die Welt zu retten sei. Man sollte ehrlich sein und zugeben, dass es hier nur um die eigentlich unrechtmäßige Kapitalisierung durch die Verwerter geht und nicht um das Weltretten. Und dem steht die Idee Open Source entgegen, die von skalierten, nuancierten Nutzungsgraden ausgeht.

Geht die Menschheit weiter den Weg, den Verwerter-Lobbyisten diktieren wollen, wird sie am Ende vielleicht wieder auf den Bäumen sitzen. ;) Nicht nur Gedanken sind frei, sondern auch Kultur. Andernfalls ist die dauernde Predigt des Rechts auf Freiheit und Demokratie nur Gelaber und vorgeschoben, um nicht nur diese Rechte für das Gros der Menschen abzuschaffen.

Die Evolution braucht das bisher Dagewesene, um Neues auch daraus zu erschaffen. Wäre dem nicht so, dann gäbe es diese Diskussion allerdings auch nicht. :)
Es gäbe nicht die Verwerter-Lobbyisten, die auf Kosten der SchöpferInnen und NutzerInnen versuchen, sich am Leben zu erhalten. Sie nagen an dem Prinzip Symbiose und der Kooperation, weil sie denken, dass Parasitentum, ergo Konkurrenz das evolutionäre Prinzip seien. Denen empfehle ich noch einmal die Schriften derer zu lesen, auf die sie sich berufen. Vielleicht fallen dann die Denkfehler auf oder ist nicht mehr so viel funktionierendes Hirn vorhanden, um das zu erkennen? Das würde mich allerdings auch nicht sehr wundern.

Vernunft und Verstand scheinen zweierlei Paar Schuh zu sein und wir sind im 21.Jahrhundert in einem Projekt der Gegenaufklärung gefangen und müssen uns mit Vernunft befreien. Einen anderen Weg sehe ich nicht, wenn ich nicht die drei Affen spielen will. :)

Date: 26. Dezember 2007
Cate: Code

Verschlampte Bürgerdaten in Großbritannien

Wenn Millionen Datensätze verschwinden und dies in sensiblen Bereichen, dann ist was faul im Staate. Behördenschlampen, das dürfte derzeit Briten durch den Kopf gehen, denn britische Behörden wissen nicht, wer die Daten von Millionen Briten hat und vor allem stellt sich die Frage: Was macht derjenige damit?

Fast naiv möchte ich den Anspruch des britischen Datenschutzbeauftragten Richard Thomas an die Regierung und die Behörden nennen.

Da in Großbritannien gerade eine zentrale Datenbank mit den Patientenakten von 50 Millionen Briten eingerichtet wird, mahnt Thomas, zunächst müsste absolut sichergestellt werden, dass alle Risiken einer solchen Zentraldatei, auf die Krankenhäuser und Ärzte online zugreifen können, erkannt und beseitigt wurden: “Ein Massenverlust von Daten aus zentralen Datenbanken würde eine Katastrophe sein, aber medizinische Informationen sind besonders heikel.”

Er müsste eigentlich wissen, dass er mit absoluter Sicherstellung das Unmögliche fordert. Eine Zentralisierung der Daten hat im Windschatten Missbrauch der Daten und zwar immer. Dieses Missbrauchs[Macht]risiko ist der Zentralisierung immanent. Dem ist leider so und das lernt mensch aus der Geschichte – sollte er – so hoffe ich.