Die Gruppe Europas Frauen fordern Frieden fordern in einem offenem Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages diese auf, sich über die tatsächlichen Verhältnisse im Afghanistan zu informieren und zählen gleich mal die wichtigsten Fakten in ihrem Brief auf. Diesem offenen Brief stimme ich zu. Auch weil immer offensichtlicher wird, dass unter der sogenannten demokratischen Regierung Karsais Todesurteile vollzogen werden sollen, die man eher den Taliban zugetraut hätte. Und von wie vielen bekommen wir hier im Westen nichts mit?!?
1924 erschien von Ernst Friedrich Krieg dem Kriege. Er wollte mit den Fotos aufrütteln. Gut 50 Jahre nach dem ersten Erscheinen fiel es mir in die Hände und prägte.
Dieses Buch “sollten wir nicht unsern Freunden zeigen, denen, die schon Pazifisten sind, also nicht den alten Fehler wiederholen, der so oft gemacht wird: Missionare nach Rom zu schicken – sondern wir sollten es den Gegnern zeigen. In Versammlungen, in Schulen, in Vereinen, an Stammtischen – dieses Grauen kennt ja keiner von denen. Und man sollte das Buch auch Frauen zeigen, gerade Frauen zeigen.
Kurt Tucholsky
Was uns heute fehlt, ist ein Nachfolger Friedrichs, der das Grauen des Krieges zeigt. Denn die so genannten embedded journalists werden dies nicht tun.
Solche Bilder können Sie aber leicht mit einer Google.com-Suchanfrage nach Soldier injured iraq pictures oder ähnlichen Begriffen finden. Diese sind nichts für Kinder oder Jugendliche, aber schauen Sie sich als Bürger und vor allem als Vater, Mutter, Onkel, Tante usw. diese an und dann denken Sie darüber nach, ob Krieg Frieden, Demokratie und Freiheit bringt oder doch eher umbringt.
Krieg ist das Verbrechen gegen die Menschheit – gegen das Leben selbst.
Das Feuer brannte, das sie geschürt.
Löscht es aus! Die Imperialisten,
die da drüben bei jenen nisten,
schenken uns wieder Nationalisten.
Und nach abermals zwanzig Jahren
kommen neue Kanonen gefahren. –
Das wäre kein Friede.
Das wäre Wahn.
Der alte Tanz auf dem alten Vulkan.
Du sollst nicht töten! hat einer gesagt.
Und die Menschheit hörts, und die Menschheit klagt.
Will das niemals anders werden?
Krieg dem Kriege!
Und Friede auf Erden.
Kurt Tucholsky :: [aus] Krieg dem Kriege
Buchtipp:
Krieg dem Kriege
Ernst Friedrich
gebunden – 240 Seiten – Dva – 06/2004
ISBN-13: 978-3421058409 – 24,90 Euro
Friedrich reißt in seinem “Anti-Kriegs-Museum” und in diesem Buch den Vorhang weg vor dem bestgehüteten Unsagbaren des Ersten Weltkrieges, nämlich den schweren und schwersten Gesichtsverletzungen. Gesichter ohne Augen, ohne Mund, ohne Nase, ohne Kinn; das Schlachtfeld in seiner grässlichsten Form, von den mutigsten Malern wie Otto Dix eher hastig gestreift, die Welt der abgesonderten Spitäler der gueules cassées, der zerschlagenen Fressen. Das entscheidende Tabu des Krieges zeigt er in extensivster Form. Und er zeigt die Bilder auch Kindern, um sie vom Kriegspielen abzubringen. Friedrich ist der verkörperte Skandal.
aus der Rezension im Deutschlandradio Kultur, 23.07.2004: Ernst Friedrich: “Krieg dem Kriege” – Edlef Köppen: “Heeresbericht”
Solche Bilder, wie sie damals Friedrich zeigte, finden Sie im Netz, aber Sie werden sie kaum im Fernsehen sehen. Genausowenig erfahren Sie die wirklichen Opferzahlen in den Massenmedien, diese entdecken Sie nur im Netz wie etwa bei dem Verband der US-Veteranen. Die wirklichen Kriegskosten und deren Folgekosten gehen in die Billionen, aber das wird kein verantwortlicher Politiker sagen. Und noch weniger wird er Ihnen verraten, dass klug eingesetzte friedliche Entwicklungshilfe bedeutend billiger und lebensrettender gewesen wäre und auch immer sein wird. Umweltfreundlicher übrigens auch, wenn ich da an die ganze DU-Munition denke, die verballert wurde und wird.
Kein Kind, kein Mensch müsste verhungern, sterben oder leiden, wenn Krieg als das angesehen wird, was er ist: Krieg ist das Verbrechen gegen die Menschheit – gegen das Leben selbst.