Das Wesen aller ist Kopie
Wenn man beim Programmieren ein Problem hat, gibt es mindestens eine Lösung, meist mehrere Lösungen. Die Auswahl ist dann eine Frage der Eleganz und der Einfachheit, der Faulheit und des Könnens. Irgendwo dazwischen ist die Lösung. Ich denke, dass die meisten leidenschaftlichen Coder/Programmierer einen ausgeprägten Spieltrieb haben. Die denken nach, probieren aus, denken nach, probieren aus, bis sie das Ding gefunden haben.
Sinnigerweise gibt es eine dicke Schwarte bei O’Reilly betitelt mit Beautiful Code. Übrigens das Buch gibt es als App in iTunes.
Stupide Copypaster kommen dann an ihre Grenzen, wenn sich das Umfeld ihres Codes verändert. Spätestens dann sollte das notwendige Hintergrundwissen vorhanden sein und derjenige logisch denken können. Das ist dann wieder so ein Fall für den menschlichen Spieltrieb. Geduld und Zen spielen auch eine nicht unerhebliche Rolle dann.
Für mich bedeutet das: Wenn ich irgendwo ein Codeschnipsel finde, das schöner ist als meines für mein Problem, dann freue ich mich, danke mindestens im Geiste dem Anderen und baue es ein. Meist verfeinere ich es und passe es meinem Codeumfeld an. Das hat Kristian Köhntopp in seinem Artikel Falscher Planet, falsches Jahrtausend u.a. in dem Satz gemeint: Das Wesen aller IT ist die Kopie und den Nebensatz unterschlagen, dass die Kopie sich evolutionär verhalten kann.
Es gibt da nur ein paar Probleme. Etwa das Patent- und Lizenzwesen, im kulturellen Bereich sind es die Urheber- und Nutzungsrechte, die Entwicklung verhindern. Das ist nicht nur eine Gefahr für die Open Source-Bewegung.
Anders ausgedrückt: Es wird nur wundervolle Software geben ohne ausufernde Patente. Ansonsten hinken wir dem möglichen Beautiful Code hinterher. Das war ein kurzer philosophisch-wirtschaftlicher Gedankengang beim ersten Sonntagskaffee heute. Eigentlich war das auch mal wieder politisch. Heutzutage bleibt einem nichts erspart.
Im Übrigen meine ich, dass Leistungsschutzrechte jeglicher Art Kultur zerstören. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht. Aber es gibt ja auch angeblich gerechte Kriege…
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