Schnelles Internet für alle statt Abzocke für DSL-Diaspora
Ich bin in der FR online über einen Artikel und einen Kommentar gestolpert, die sich mit der Breitbandversorgung in Deutschland auseinandersetzen.
Seit Jahren wird hierzulande über die Breitband-Schere zwischen Stadt und Land diskutiert. Dennoch haben fünf bis sechs Millionen Bürger keinen Zugang zum schnellen Internet, wie die Bundesregierung kürzlich in der Antwort auf eine Anfrage der Partei Die Linke bestätigte.
Quelle: FR, Schnelles Internet für alle, 24.03.2008
In dem Kommentar Naive Telekom-Privatisierung stellt Wenzel durchaus richtig fest:
Die Telekom hat ihr Netz nach betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgebaut. Wo die Wege kurz sind, wo viele Anschlüsse an einem Netz-Knoten hängen, wird viel getan. Investitionen machen sich schnell bezahlt.
Sowohl im Artikel wie auch im Kommentar wird nicht auf die Tatsache hingewiesen, dass die so genannten zwangsläufigen Schmalbandnutzer bei einem ISDN-Anschluss mit Internetflatrate mindestens 100 Euro bezahlen. Ein DSL-Anschluß mit Flatrate bei Internet und Telefon ist ab 20 Euro erhältlich. Ein interessantes Gefälle!
Fazit: Betroffene ärgern sich nicht nur über langsame Verbindungen, sondern bezahlen für ihren Ärger noch das Fünffache, wenn sie Pech haben.
Galgenhumorig betrachtet hat der Nichtausbau auf dem Lande seine Vorteile für die Anbieter. Selten wird mit so wenig Leistung so viel verdient. Auch das ist eine Begleiterscheinung naiver Privatisierung wichtiger Infrastruktur, egal ob es sich um Kommunikation, Wasser, Müll, Energie oder öffentlicher Verkehr siehe etwa Bahn handelt.
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