14. März 2008
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1 Meinung

Todenhöfers zehn Thesen

Die zehn Thesen aus Jürgen Todenhöfers Buch `Warum tötest du, Zaid?´ sind der Versuch, die Welt einmal auch aus der Sicht eines Muslims darzustellen. Todenhöfer hofft, durch die folgenden zehn Thesen die Fenster zu öffnen zu einer anderen Sicht der muslimischen Welt – oder wenigstens zu einer fairen Diskussion.

Ich wünsche dem Buch Warum tötest du, Zaid?, seinen hoffentlich zahlreich werdenden Brüdern und Schwestern nicht nur für 2008 einen dauerhaften TopTen-Platz in den Bestsellerlisten und Todenhöfers zehn Thesen eine breite Diskussion, damit endlich mal wieder Vernunft einkehrt. Denn es ist einfach unsäglicher geistiger Dünnschiss, der verbreitet wird und der Demokratie und Freiheit bedroht. Die westliche Welt selbst sägt am Ast, auf dem sie sitzt. Und sie fällt, wenn sie sich nicht selbst erkennt.

Wer Hass und Intoleranz überwinden will, sollte vor allem die eigene Ignoranz besiegen. Jeder hat ein Recht auf eigene Meinung, aber keiner auf eigene Fakten.
aus These 6

Die eigentliche Lehre aus dem Holocaust heißt, dass wir nie wieder tatenlos zusehen dürfen, wenn Menschen unterdrückt, entrechtet und gedemütigt werden. Wir hätten uns für die Juden schon damals einsetzen müssen, als sie noch schwach waren, und nicht erst heute, da sie stark und einflussreich sind. Verspäteter Mut ist der opportunistische Bruder der Feigheit. Es ist schon ein bizarres Schauspiel, das manche westliche Politiker aufführen, wenn sie von Jahr zu Jahr entschlossener und mutiger gegen das Unrecht von gestern „kämpfen“, während sie zum Unrecht von heute schweigen. Man kann auch durch Schweigen schuldig werden.
aus These 7

Wir müssen auch den westlichen Angriffskriegern die Maske vom Gesicht reißen. Angriffskriege sind nicht nur die unmoralischste, sondern auch die unintelligenteste Form, Terror zu bekämpfen. Der islamisch maskierte Terrorismus ist eine Ideologie. Ideologien kann man nicht erschießen. Man muss ihnen die Grundlage entziehen, sie widerlegen. […]
Der Kampf gegen den Terrorismus wird weder am Hindukusch noch in Bagdad militärisch entschieden.
aus These 9

Ziel muss eine Weltordnung sein, die von allen Staaten als gerecht akzeptiert werden kann. Eine Welt, in der Schluss ist mit der Diskriminierung von Muslimen im Westen und Schluss mit der Diskriminierung von Juden und Christen in der muslimischen Welt. Eine Welt, die aufhört mit der gegenseitigen Dämonisierung von Religionen und Kulturen. Eine Welt, die auch die westlichen Massenvernichtungswaffen und Lügenmaschinen abrüstet. Eine Welt, in der die USA wieder Symbol des Friedens und der Freiheit und nicht mehr des Krieges und der Unterdrückung sind. Eine Welt, in der jeder den Balken im eigenen Auge sieht und nicht nur den Splitter im Auge seines Bruders.
aus These 10

Die Welt ist zu sehr im Ar…, als dass die Menschheit weiterhin so genannte gerechte Kriege führen kann. Die Billionen sind woanders besser aufgehoben. Das ist Verschwendung und vor allem, was noch viel schlimmer ist: Mord – egal von wem!
Und am meisten leiden Kinder und Frauen, Alte und Kranke. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit! Es verletzt das Völkerrecht und die Menschenrechtscharta.

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