12. Juni 2007
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Was gibt es da zu feiern?

AFP meldet, dass heute in Berlin eine Feierstunde mit Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum offiziellen Ende der Entschädigungszahlungen an frühere NS-Zwangsarbeiter stattfindet.

Das Kuratorium der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ hatte am Montag das formelle Ende der Auszahlungen festgestellt. Es wurden 4,37 Milliarden Euro an 1,665 Millionen frühere Zwangsarbeiter in mehr als hundert Ländern ausgezahlt. In Zukunft sollen weiterhin Projekte unterstützt werden, mit denen Demokratie und Menschenrechte gefördert und die Erinnerung wachgehalten werden sollen.
Quelle: AFP

Ich habe mal schnell die durchschnittliche Entschädigungszahlung ausgerechnet. Sie betrug 2624,63 Euro. Dabei habe ich noch großzügig auf die drei Cent am Ende aufgerundet.
Wie kann man diese lausige Summe feiern? Schämen sollten sie sich!

In Israel scheint man Entschädigungsforderungen bevorzugt in Rüstung umzusetzen. Man denke bspw. an die U-Bootlieferungen. Zumindest kümmert sich der Staat Israel kaum um die Bürger, die wirklich unter dem Holocaust litten. Sie dienen eher der Legitimation – mehr nicht. Echt bigott.

Überhaupt sind sich Staaten einig, dass Rüstung und Unterstützung der kapitalen Konzerne wichtiger ist denn die Förderung von Gesundheit und Bildung. Letztes Jahr wurden laut SIPRI 1,204 Billionen Dollar dafür verplempert. Die G8-Ergebnisse, wenn man sie denn als solche bezeichnen kann, sind eine Farce. 60 Mrd. Dollar – nicht Euro – sollen als Kredite bis 2012 die Armut verhindern. Bis dahin werden vermutlich mehr als 8 Billionen Dollar für Rüstung ausgegeben – ausgeschrieben 8.000.000.000.000.

Die Staaten/die Politiker setzen auf Krieg und nicht auf Frieden. Das sollte mittlerweile deutlich geworden sein. Alles andere ist Augenwischerei!
Wer trotzdem den politischen Beteuerungen des G8-Gipfels glaubt, wird selig und später heilig gesprochen. Aber soweit ich informiert bin, macht das nicht der Teufel. Denn er tut nur so, als ob – genau wie die G8ler. ;-)

Demokratie und Menschenrechte werden zur Erinnerung und darum kümmert sich später in Deutschland das Kuratorium der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.

G8-Nachschlag: Die Entpolitisierung der Politik

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