18. April 2007
Zur Zeit lese oder höre ich
 
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Sheridan Hay :: Die Antiquarin

Ich wurde geboren, bevor diese Geschichte beginnt, bevor ich von einem Ort wie dem Arcade auch nur träumte; und auch dass es Männer wie Walter Geist außerhalb von Fabeln, von Märchenbüchern gab, hätte ich mir nicht vorstellen können. Meine Zeit im Arcade wäre völlig anders verlaufen, hätte es nicht ihn gegeben und wäre er nicht blind gewesen. Seine Augen hatten ihm fast schon den Dienst versagt, als ich ihm zum ersten Mal begegnete, und wäre es nicht so gewesen, hätte ich niemals von Herman Melvilles verschollenem Roman erfahren. Walter Geists Blindheit ist wichtig, doch werde ich meine eigene ihm gegenüber immer bedauern. Deshalb erzähle ich diese Geschichte. Und wenn ich vorne beginne, werden Sie verstehen, wie ich damals zum Arcade kam und warum es mir so viel bedeuten sollte.
Quelle: Sheridan Hay, Die Antiquarin

Ein Buch, das so beginnt, kann entweder ein Leseflop werden oder begeistern. Mich begeisterte es und seitdem habe ich auch wieder ein entspanntes Verhältnis zu Buchhändlerempfehlungen.
Sheridan Hay ist mit Die Antiquarin ein Roman gelungen, der sich von dem Gros der Neuerscheinungen abhebt. Daran hat auch die gelungene Übersetzung Judith Schaabs Anteil. Eine wirklich schöne in den Roman ziehende Sprache erzählt die Geschichte von Rosemary Savage, die nach dem Tod ihrer Mutter aus Tasmanien nach New York zieht, wo sie das riesige und bekannte Antiquariat Arcade entdeckt und zu arbeiten beginnt.
Hay beschreibt die Menschen, die Rosemary umgeben. Der rote Faden durch den Roman ist Hermann Melvilles verschwundenes Manuskript, denn er verbindet die kleinen und großen Geschichten und Erlebnisse Rosemarys im ersten Jahr nach dem Tod ihrer Mutter in Tasmanien und vor allem in New York. In gewisser Art und Weise erinnert Die Antiquarin an Entwicklungsromane.

Die Antiquarin
Sheridan Hay (Autor), Judith Schwaab (Übersetzerin)
gebunden – 429 Seiten – Kindler Verlag – 03/2007
ISBN-10: 3463405067 – 19,90 Euro
ISBN-13: 978-3463405063

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