29. Januar 2006
Was mich bewegt
 
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Hier sind wir, fette Gewinner im Schnee

Das sagte Bono in Davos und liess sich vor den Konzernkarren spannen. Aber er sagte ja schon in dem WELT-Interview:
Nein, ich bin ein Kaufmann, das liegt in meiner Familie. Ich verkaufe Musik, und ich gebe Politikern Ideen. Mit dem Unterschied, daß das Geld für die Ideen nicht an mich geht.
Quelle: Die Welt, “Wir haben kein Geld zu verschenken”, 26.01.2006
… und in einem Interview mit The Rolling Stone meinte Bono:
“Wenn der Preis dafür ist, daß ich meine Klappe über den Krieg im Irak halte, dann bin ich bereit, ihn zu zahlen.”
Quelle: Freace, Bono mag Bush, 21.10.2005

Fazit: Bono will es sich nicht verscherzen mit den Reichen und Mächtigen dieser Welt. Da bleibt dann wirklich die Frage rein rhetorisch: Cui bono, Bono?!?

Zum Ausgleich dieser Bonoischen Showeinlagen – immerhin brachten sie Bono den deutschen Medienpreis – empfiehlt sich einfach das folgende Interview mit Jean Ziegler zu lesen. Ziegler stellt hier einfach u.a. fest:
Globalisierung ist täglicher Terror für eine Mehrheit der Menschen auf dieser Welt und ein unheimliches Geschäft für die Eigner des spekulativen Finanzkapitals.
Quelle: Die Welt, “Das ist täglicher Terror”, 23.01.2006

Da sind das Label RED oder die Red Card nur die neuesten Maschen aus dem Leid in Afrika noch Konzernprofit zu ziehen. Denn an der strukturellen Gewalt, die dem vorherrschenden System inne wohnt, wird dadurch nichts geändert und nur das Gewissen beruhigt. Mensch konsumiert ethisch. und lässt sich ganz postmodern vom kreativen Imperativ leiten. Da sehe ich eher rot und deshalb schwarz für die Zukunft Afrikas.

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