Stimmen hören
Tom Appleton hält ein hervorragendes Plädoyer für ÜbersetzerInnen und für die Übersetzung der inneren Stimme der Autoren.
Was das Wesen einer literarischen Übersetzung ausmacht hat wenig mit der Qualität der geleisteten Arbeit zu tun. Was letztlich zählt, ist die eigene Stimme des Übersetzers oder der Übersetzerin selber.
Am Anfang war das Wort, heißt es. Ich bin überzeugt, es war ziemlich schwer verständlich, dieses erste Wort, oder die ersten Wörter. Vielleicht, weil der Sprecher sich mit Vorliebe in einem brennenden Busch versteckte. Das war so ähnlich wie beim “Mumbler” in den Dick Tracy Comics, der so mümmelte, dass keiner was verstehen konnte. Da stand dann sicher auch immer jemand in der Landschaft herum, der fragte: “Was sagt er?” Und dann musste jemand das übersetzen. Der Übersetzer. Damals noch Prophet genannt.
Quelle: Telepolis, Tom Appleton, Stimmen hören, 25.09.2005
Wirklich gelungene Übersetzungen sind purer Lesegenuss. Diesen Genuss verdanken LeserInnen den ÜbersetzerInnen, die geübte EntdeckerInnen der inneren Stimmen sind. Daneben gelingt es ihnen zwischen den literarischen Seelen von AutorInnen und LeserInnen zu vermitteln. Literatur, die lebt.
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