Falsches Bild in der Öffentlichkeit zu Gewalt und Kriminalität
Konrad Freiberg von der Gewerkschaft der Polizei sagte im ZDF: “Wir müssen feststellen, dass die Gesellschaft aggressiver geworden ist, gewalttätiger insgesamt.” Anweisungen der Polizei würden immer weniger befolgt, die Gewaltkriminalität sei auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Die Zahl gefährlicher Körperverletzungen sei bei Jugendlichen sogar um 8,6 Prozent gestiegen.
Quelle: Financial Times Deutschland, Weniger Mord und Totschlag in Deutschland
Der Kriminologe Christian Pfeiffer sagt in der FTD unter anderem:
“Die Hauptursache hierfür ist ein Anstieg der allgemeinen Strafbedürfnisse, der wiederum von einer immer stärkeren Dämonisierung des Bösen vor allem im Fernsehen ausgelöst wurde. Die Bevölkerung hat eine völlig falsche Einschätzung, wie sich die Kriminalität in den letzten zehn Jahren entwickelt hat.”
…
Am deutlichsten sei die Diskrepanz zwischen Vorurteil und tatsächlicher Entwicklung bei Sexualmorden. “Vor zehn Jahren gab es etwa 32 Fälle pro Jahr. Bei Umfragen schätzen die meisten, dass inzwischen Sexualmord um das Vierfache zugenommen hat. Tatsächlich ist er um fast 40 Prozent zurückgegangen.”
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Die Vergreisung der Republik fördere die innere Sicherheit.
Unter dem steigenden Bestrafungsbedürfnis von Öffentlichkeit und Medien würden vor allem Ausländer leiden, stellte Pfeiffer fest. Ausländer würden generell schärfer verurteilt als Deutsche. Die Zahl der ausländischen Angeklagten sei in den letzten zehn Jahren um 20 Prozent gesunken, die Gesamtzahl der ausländischen Strafgefangenen sei dagegen um 70 Prozent gestiegen, sagte Pfeiffer: “Unsere Justiz ist nicht ausländerfeindlich. Aber die Stimmung in der Gesellschaft hat sich verändert. Wir fühlen uns stärker durch das Fremde bedroht.”
Dabei zeige sich gerade bei der Integration von Ausländern, dass Investitionen in Kindergärten und früher Deutsch-Unterricht für Ausländerkinder viel effizienter seien als Ausgaben für Gefängnisse.
Quelle: Financial Times Deutschland, Ex-Justizminister geißelt Bau von Gefängnissen
Im Prinzip gute Nachrichten und einleuchtend. Es ist nur eine Frage, ob sie in den Wahrnehmungsraum der Öffentlichkeit dringen und nicht nur interessierten Bürgern und Experten bewusst sind.
Sie wissen ja: Sex und Crime verkauft sich gut.
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