Verlierer sind die Kinder in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit
Die Ergebnisse einer Studie des Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr von Heinz J. Ebenrett, Dieter Hansen und Klaus J. Puzicha zeigen, dass Arbeitslosigkeit und Bildungschancen eng miteinander zusammenhängen. Im Prinzip nichts Neues, aber die Studie impliziert die Schlussfolgerung:
Kinder in ländlichen Regionen oder Stadtteilen mit hoher Arbeitslosenquote haben geringe Bildungschancen und sind von vornherein die Verlierer in einer auf Leistung und Elite fokussierten Gesellschaft.
Aus ihren Untersuchungsergebnissen schließen die Autoren, dass wohl die wichtigste Voraussetzung für eine wirkungsvolle Anhebung des Leistungsniveaus deutscher Schüler und damit für eine Aktivierung des Humankapitals ein essenzieller Abbau der Arbeitslosigkeit in den davon besonders hart betroffenen Regionen ist. Sollte dies nicht gelingen, dann kann der jetzt schon sichtbare Verlust an regionalem Humankapital nur schwer, möglicherweise gar nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Angesichts dieser Forschungsergebnisse sind Agenda 2010 und die SGB-II-Gesetze, die auch knapp 2 Millionen Kinder betreffen, sehr kritisch zu betrachten, wenn nicht gar als kinderfeindlich einzustufen, denn sie zementieren eher die in der Studie festgestellten Zusammenhänge, als dass sie diese auflösen.
Wie kann eine Gesellschaft einem Fünftel der in ihr lebenden Kinder die Zukunft mit all ihren Chancen verbauen und gleichzeitig sich zum Ziel setzen familienfreundlich zu werden?
Quelle:
Verlust von Humankapital in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit
Aus Politik und Zeitgeschichte (B 06-07/2003).
PS: Humankapital ist ein Begriff, der in sich selbst schon diese feindliche Einstellung zu Menschen birgt.
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