Subventionen als Kriegskassenzuschuss für Konzerne
Allenthalben wird die freie Marktwirtschaft aus den Reihen der Wirtschaft, Verbände, Vereine, Institutionen und Wirtschaftsinstituten gepredigt. Weniger Staat ist die Forderung, die alle vereint, und Kampf den Schmarotzern.
Aber wenn mal eine Frage an alle Rufer nach weniger Staat erlaubt sei, die sich mir nach der Lektüre des FAZ-Artikels Deutschland ist Subventions-Europameister vom 20.04.2005 geradezu aufdrängt:
Wie verträgt sich der Ruf nach weniger Staat mit den milliardenschweren staatlichen Subventionen und vor allem ist das denn freie Marktwirtschaft?
Allein 2003 sind rund 16,5 Milliarden Euro staatliche Beihilfen in die Kassen deutscher Konzerne geflossen.
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Deutschland befindet sich damit wie schon in den Jahren zuvor mit weitem Abstand an der Spitze der EU-Subventionszahler. In absoluten Zahlen fördern nur Frankreich und Italien ihre Unternehmen in ähnlichem Maße.
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In der gesamten EU mit damals 15 Staaten betrug die Summe der Beihilfen in diesem Jahr 53 Milliarden Euro.
Nach diesen Zahlen sind die wahren Schmarotzer Europas doch wohl kaum bei den Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern zu finden, sondern eher bei den subventionierten Konzernen und den sie unterstützenden Regierungen.
Weniger Staat fordern, aber sich ungeniert von demselben fördern lassen, das kann es ja wohl nicht sein, oder doch?
Die Bevölkerung von zwei Seiten fordern, einerseits durch ihre Regierungen, die sie vertreten, und andererseits in ihrer Arbeitnehmerrolle, das ist ein Beispiel modernen Feudalismus oder sehe ich das zu eng, wohl kaum!
Weiterdenkend lässt sich der Vergleich zu einem Krieg annehmen, da Konzerne im Wettbewerb mit anderen Konzernen stehen, sind diese Subventionen als ein Zuschuss zur Handelskriegskasse der Konzerne vom dazu gedrängten Volk zu betrachten. Wie in einem Krieg üblich, müssen eben aufgrund der Strategie auch Menschen geopfert werden, indem man als Konzern Arbeitsplätze abbaut, um noch mehr in der Kasse zu haben. Wird dieses Spiel zu Ende gedacht und gespielt, dann gibt es nur den Zusammenbruch.
Hier ist dann wohl auch die nicht nur europäische Schere in den Köpfen zu finden. Man hofft, dass es trotz dieser Spielregeln anders ausginge wie früher. Das widerspräche aber jeglicher bisheriger menschlicher Erkenntnis über Kriege, wo selbst Sieger von ihrem selbst verbreiteten Leid nicht verschont blieben.
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