15. April 2005
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Was kann Herr H. noch tun?

Anja Tuckermann beschreibt in Was kann Frau K. noch tun?, Freitag 15 – 2005, die Situation von den 1,5 Millionen Kindern, die unter der Armutsgrenze leben.
Einige Zahlen aus dem Artikel:
Nach Zahlen des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) leben derzeit knapp 1,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Haushalten mit zumindest einem arbeitslosen Elternteil, der von Arbeitslosengeld II (ALG II) leben muss. 55 Prozent dieser Mütter oder Väter sind Alleinerziehende.

Der Kinderschutzbund geht davon aus, dass bundesweit inzwischen 14,9 Millionen Kinder an der Armutsgrenze leben.

Das sind 14,9 Millionen Kinder an und unter der Armutsgrenze zuviel! Und belegt eindeutig, dass dieser Staat sich seiner Zukunft durch seine [Re]formen selbst beraubt. Sowohl Bildungs- wie auch Pflegekatastrophe, die beide mit halbgaren Statistiken prognostiziert werden und teils schon eingetreten sind, werden so im Sinne einer self-fulfiling prophecy Wirklichkeit. Denn in kaum einem anderen Land sind geringe Bildungs- und Arbeitschancen so sehr mit Armut verknüpft wie in Deutschland.

Statt was kann Frau K. noch tun, wäre es sinnvoll zu fragen, was können andere tun, die wie Arbeitgeberpräsident Hundt auf dem Standpunkt stehen: “Familie steht für Kinder, für soziale Sicherheit und für eine wertorientierte Erziehung. Alle drei Aspekte sind für die Wirtschaft bedeutend. Zudem können wir es uns angesichts eines verschärften Fachkräftemangels nicht leisten, auf gut qualifizierte Frauen und Mütter zu verzichten.”.
und versprechen, aus Deutschland innerhalb weniger Jahren das familienfreundlichste Land Europas zu machen. Gleichzeitig wird eine Wirtschafts- und Sozialpolitik verfolgt, die genau diese Werte unmöglich macht und so die Gesellschaft ruiniert und den sozialen Frieden auf Jahrzehnte hin erschüttern wird.

Zu guter Letzt Frauen und Mütter sollten sich erinnern: Sie sind deshalb für die Wirtschaft so interessant, weil sie um mindestens 25 Prozent billiger sind. Das reduziert natürlich auch noch einmal die Kosten und erhöht den Shareholder Value. Um mehr geht es bei diesen oberflächlichen Lippenbekenntnissen zu Familien- und Frauenfreundlichkeit nicht.

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