Weltgesundheitstag 2005: Mutter und Kind – Gesundheit von Anfang an!
Heute am 7.April ist Weltgesundheitstag. Er steht unter dem Motto Mutter und Kind – Gesundheit von Anfang an!.
So weit, so gut. Auf Weltgesundheitstag.de liest man folgendes u.a.:
Gesunde Mütter und Kinder sind der wahre Reichtum einer Gesellschaft.
[cat] Mütter und Kinder sind Menschen und wie wird hier Gesellschaft definiert?
Faktoren wie Armut, soziale Ausgrenzung, geringer Bildungsstand und Gewalt gegen Frauen als schwerwiegende Gründe für Müttersterblichkeit und Behinderungen
[cat] Die aufgezählten Faktoren sind Wirkungen eines weltweit verbreiteten Systems, dass Frauen vor allem in unbezahlten reproduktiven Tätigkeiten ansiedelt, ohne die dieses System nicht funktionieren würde.
Wenn eine Mutter krank ist oder stirbt, geht ihr produktiver Beitrag in der Familie, am Arbeitsplatz, für die Volkswirtschaft und die Gesellschaft verloren, und das Überleben und die Erziehung ihrer Kinder sind gefährdet.
[cat] Es steht außer Frage, dass Frauen produktiv sind, vor allem im Sinne von Sicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen, aber in den seltensten Fällen erhalten sie hierfür mehr als Worte des “Dankes”. Ohne die zahlreiche unbezahlte, angebliche Arbeit ohne Mehrwert würde hier gar nichts funktionieren. Die isländischen Frauen haben das erkannt und gestreikt. Sie waren nicht die ersten in der Geschichte, aber wohl bis heute die letzten Frauen, die in Masse gestreikt haben.
Gesunde Kinder sind die Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (World Bank 1993). Man schätzt, dass für jeden in die Kindergesundheit investierten Dollar etwa sieben Dollar zurückfließen, da hierdurch die Ausgaben für die soziale Fürsorge verringert und die Produktivität der Jugendlichen und Erwachsenen gesteigert werden (World Bank, 1996). Wenn ein Kind krank ist oder stirbt, leiden Familie und Gesellschaft gleichermaßen. Häufige Erkrankungen und Unterernährung hemmen die geistige Entwicklung, das Größenwachstum und die Leistungsfähigkeit der Kinder. Dadurch werden Bildungsstand, spätere Produktivität und Arbeitsvermögen herabgesetzt (Commission on Macroeconomics and Health, 2001).
[cat] Sehr wirtschaftlich dargestellt: “Wer gesund ist, kann arbeiten und ist ein volkswirtschaftlicher Gewinn.” Kein Wort zur Menschenwürde und Menschenrechten von Frauen und Kindern. Das ist schon nicht mehr peinlich, sondern geht darüberhinaus.
In jeder Minute stirbt eine Mutter an den Folgen von Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt. Das heißt, 1400 Mütter sterben an jedem Tag – mehr als eine halbe Million Frauen sterben in jedem Jahr (WHO, 2004a). Millionen Frauen erleiden anhaltende Behinderungen.
In jeder Minute sterben 20 Kinder unter fünf Jahren. Das heißt, fast 30.000 Kinder sterben an jedem Tag und 10,6 Millionen Kinder sterben in jedem Jahr (World Health Report 2005). Neugeborene Babys unter einem Monat tragen das größte Risiko, jedes Jahr sterben weltweit 4 Millionen Neugeborene (Lawn et al., 2004).
Das wird sich solange nicht ändern, solange folgender Satz noch gilt:
Männer spielen als Entscheidungsträger, Haushaltsvorstände und vor allem Partner eine herausragende Rolle für die Gesundheit ihrer Frauen und Kinder.
Denn sie wissen nicht, was sie schreiben und/oder tun. Oder doch?!?
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