Der Heilsbringer
Der Heilsbringer ist der Titel eines Artikels von Cornelia Knust in der Süddeutsche.de vom 01.04.2005.
Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, will Deutschland retten – und spaltet mit seinen radikalen Thesen wie kein anderer Wissenschaftler die Nation.
Wirtschaft als Religionsersatz, als Dogma, als Ideologie und einen Ökonom mit einem religiösen, wenn auch materialisierten Symbol zu vergleichen, das ist journalistischer Sprachgebrauch der pseudoreligiösen Art.
Beispiele gefällig:
Die Arbeitslosigkeit sei kein Problem mangelnder Konsumnachfrage, sondern ein Reflex der Standortschwäche, predigt der gelernte Finanzwissenschaftler. und weiter
Den Export-Weltmeister Deutschland als Basar-Ökonomie zu geißeln, …
Aber kommen wir zurück zum Begriff Heilsbringer:
Heilsbringer sind ursprünglich die ältesten Massenkommunikationsmittel und werben für Gottheiten. Auf Skarabäen, Rollsiegeln, Münzen, Andachtsbildchen, Briefmarken und vielen anderen Heilsbringern wird das Göttliche durch Symbole vergegenwärtigt. Der göttliche Segen ist in allen Lebenslagen willkommen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur die Gottesbilder oder was an deren Stelle getreten ist, und ihre Medien unterliegen dem Wandel der Zeit.
Quelle: Bibel + Orient Museum Werbung für die Götter. Heilsbringer aus 4000 Jahren
Ich denke, vielen geht es wie mir: Ich betrachte Sinn oder irgendeinen anderen Menschen nicht als Heilsbringer oder Segen, aber auch nicht als Geißel von irgendwem.
In diesem Sprachgebrauch wäre Wirtschaft eine Religion. … und ich stelle nur fest: Sie ist für viele Religionsersatz geworden. Ob damit der Menschheit einen Gefallen getan wird, bezweifle ich.
Im Übrigen der letzte Mensch, der als Heilsbringer im deutschsprachigen Raum bezeichnet wurde, dem verdankt die Welt millionenfachen Tod und Leid.
Insofern Vorsicht im Umgang mit dem Wort Heilsbringer. Wobei mir jetzt der Tanz um das goldene Kalb einfällt.
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