19. Januar 2005
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Meine DNA gehört mir und ich entscheide

Auch wenn es zunächst unlogisch erscheint, dass in der Rubrik Internet & Datenschutz auf einen Artikel von Goedart Palm Verbrechen war gestern hingewiesen wird. Es ist logisch, denn diese Daten über DNA sind über Netzwerke zugänglich und bedeuten für jeden darauf zugreifenden einen Macht- und Kontrollgewinn über den einzelnen Bürger, ob auf legale oder illegale Weise. Und Fakt ist, dass es definitiv kein sicheres Netzwerk gibt, auch wenn es uns Sicherheitsexperten gerne glauben lassen wollen.

Davon abgesehen bleibt die Frage offen, ob bei der derzeitigen Diskussion noch das rechte Maß zwischen persönlicher Freiheit und sicherheitspolitischen durchaus notwendigen Maßnahmen gegeben ist. Es scheint eher so, dass die heutige Gesellschaft Orwells Big Brother schon längst überholt hat und wir Bürger es noch nicht merken, weil wir auf der Standspur nur selten etwas anderes als liegengebliebene Autos erwarten. Dabei haben wir schon auf den Autobahnen dank LKW-Maut Überwachungssysteme, die offen sind für weitere Entwicklungen. Ein Schelm, der dabei nur an eine künftige PKW-Maut denkt.
Ebenso ergeht es einem mit der Sammlung von DNA-Tests und es stellt sich die berechtigte Frage: Ob das unausgesprochene Ziel der derzeitigen Diskussion nicht die Sammlung aller bürgerlichen Daten ist und Privatsphäre zukünftig nur noch als Begriff im sprachhistorischen Museum zu finden ist.

Kontrolle ist gut, aber in einer humanen Gesellschaft ist Vertrauen besser. Erinnern wir uns auch daran, dass eine gut funktionierende Wirtschaft auf Vertrauen aufbaut und nicht wie derzeit gern propagiert auf Kontrolle.

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