23. November 2004
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KSK ist in das Visier der deutschen Sparstrümpfe geraten

Letztes Wochenende wurde publik, dass die Künstlersozialkasse (KSK) in ihrer jetzigen Form auf dem politischen Prüfstand steht. Gestern war die öffentliche Anhörung der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland, die sich um die Zukunft der KSK drehte. Die Mitglieder der Enquete Kommission luden Experten ein, um über die weitere Zukunft der KSk zu diskutieren.

Die Stellungnahme des Deutschen Kulturrates informiert knapp und kurz über die Hintergründe der KSk und über ihre wichtige Funktion als soziale Absicherung für Künstler. Denn wie schon 2000 im Bericht der Bundesregierung über die soziale Lage der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland steht: Im Schnitt haben Künstler ein Einkommen von knapp 11.500 Euro jährlich.

Ich denke, dass die KSK notwendig ist. Sie bietet für viele Künstler jenseits des Mainstreams eine finanzielle Sicherheit und erleichtert ihnen insoweit ihre Arbeit.
Eine Abschaffung der KSK hätte zur Folge, dass wir uns noch stärker und schneller dem Spitzwegschen Armen Poeten nähern und eine weitere Austrocknung der regional-lokalen Kulturen in Deutschland verstärken, die vor allem durch dort lebende Künstler lebendig gehalten wird.

Zudem vermute ich, dass hier Verwerter und Bundesregierung an einem Strang, dem Kostensenkungsstrang nämlich ziehen und eine Abschaffung der KSK insofern als ein wirtschaftspolitischer Angriff auf die generative Kreativität der bundesrepublikanischen Gesellschaft mit langfristigen kulturellen und wirtschaftlichen Folgen zu betrachten ist. Insgesamt ist die Diskussion um die weitere Finanzierung oder gar Abschaffung der KSK eher als ein Zeichen politischer Gedanken- und Instinktlosigkeit bezüglich der Wertung kultureller und kreativer schöpferischer Arbeit für die Gesellschaft zu betrachten.

Im übrigen wird die Hälfte der KSK-Beiträge von den Künstlern selbst aufgebracht. Das wird von vielen in Wirtschaft und Politik gerne unter den Teppich gekehrt. Ich werde das Gefühl nicht los: Hier entscheidet eine Minderheit über die Mehrheit, denen sie einen nicht unerheblichen Wertschöpfungs- und Imagebeitrag verdankt – gestern, heute und in Zukunft.

Was können Sie tun?
Schreiben Sie jedem einzelnen Enquete Kommissionsmitglied, was Ihre Meinung ist. Martin von Arndt hat die Adressen zusammen gestellt.

Deutscher Kulturrat mit vielen Texten und Stellungnahmen:
Soziale Sicherung von Künstlern
Deutscher Kulturrat fordert Politik auf, die soziale Sicherung der Künstlerinnen und Künstler zu stärken!

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